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Computerblitzgerät Praktica BC 222 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: NovaTronic   
Sonntag, 11. Januar 2009 um 13:26 Uhr


 

Das Computerblitzgerät Praktica BC 222 wurde für Pentacon Dresden von Elgawa Plauen, dem üblichen Produzenten für Fotoblitzgeräte in der DDR, gebaut. Die vollständige Herstellerbezeichnung lautete: "VEB Transformatoren- und Röntgenwerk "Hermann Matern" Dresden, Betrieb des VEB Kombinat Automatisierungsanlagenbau, Werk Elgawa Plauen".
Die Bauzeit begann etwa 1987 und endete mit der politischen Wende 1990.

Die kompakte Gehäuseform mit dem Schwenkreflektor teilt es sich mit dem Amateurblitzgerät B 220 und dem Exportmodell BT 225.
Wie die beiden anderen Geräte auch wird es durch 4 Batterien (Größe R6 / AA / Mignon) betrieben und ermöglicht damit eine Blitzanzahl von mehr als 250 Stück pro Batteriesatz. Akkus lassen sich mit dem Gerät nicht betreiben. Verantwortlich dafür ist die kleinere Zellspannung von 1,2V gegenüber 1,5V bei Batterien, das heißt bei vier Akkus im Gerät liegen nur noch 4 x 1,2 = 4,8V statt 6V an den Kontakten an. Diesen Spannungsunterschied von 20% weniger kann das im Blitzgerät eingebaute Netzteil nicht wettmachen.

Folgende technische Parameter kennzeichnen das BC 222:

- Leitzahl 22, bezogen auf 100 ISO
- Brenndauer des Blitzes etwa 1/2000s  (je nach Lichtsituation auch erheblich kürzer)
- Farbtemperatur etwa 5500 K
- Blitzwiederholzeit 5s
- Gewicht etwa 250 g
- Einsatztemperatur +5°C...35°C


Das Gerät ermöglicht die Anwendung in drei verschiedenen Betriebsarten, diese sind manueller Blitz, Computerblitz und TTL-Computerblitz.

1. Manueller Modus

Im manuellen Modus ("M" auf dem rechten Schalter) ähnelt es dem Schwestermodell B220. Die an der Kamera einzustellende Blende kann mit der aufgedruckten Blendentabelle ermittelt werden.
In dieser Betriebsart wird immer die gleiche (maximale) Blitzintensität abgegeben, die Stellung des linken Schiebeschalters hat darauf keinerlei Einfluß.

2. Automatischer Modus

Der Modus "Computerblitz" ("A" auf dem rechten Schalter) ermöglicht eine variable Blitzintensität.
Dabei misst das Blitzgerät selbst die reflektierte Lichtmenge im Motivbereich und schaltet bei genügender Belichtung die Blitzröhre sofort aus. Die Messung geschieht dabei durch eine kleine Öffnung im frontalen Typenschild hindurch.
Die Wahl der Arbeitsblende richtet sich in dieser Betriebsart nach der Stellung des linken Schalters, es sind prinzipiell zwei Blenden möglich.

3. TTL-Modus

Im TTL-Modus ("A" auf dem rechten Schalter sowie "FAC" ["Full Automatic Control"] auf dem linken Schalter) obliegt die Steuerung des Elektronenblitzes nicht mehr der Elektronik im Blitzgerät selbst, sondern es findet eine (im Vergleich mit den heutigen Datenbussen primitive) Kommunikation mit dem Fotoapparat über die Kontakte im Blitzschuh statt. Dabei ist das BC 222 mit allen Kameras kompatibel, die den SCA-321-Standart ("Special Camera Adapter") einhalten.
Die Kommunikation zwischen Blitzgerät und Kamera erfolgt über die folgenden vier Leitungen:

- Massekontakt (Metallschiene, die den Blitz festhält)
- CC-Kontakt (Signal "charge completion"),
- X-Kontakt (Mittelkontakt)
- TEF-Kontakt (Signal, dass Lichtmenge ausreichend ist)

4. Abläufe im Zusammenspiel mit der Praktica BX 20

Im folgenden sollen die Funktionsabläufe beim TTL-Blitzen anhand des Beispieles mit der Praktica BX20 erläutert werden:
Das Blitzgerät wird aufgesteckt, der rechte Schalter auf "A", der linke Schalter auf "FAC" gestellt. Sobald die LED am Blitzgerät rot aufleuchtet, ist der im Gerät eingebaute Blitzkondensator mit der benötigten Energie geladen und das Gerät damit blitzbereit. Diesen Zustand meldet es per CC-Kontakt an die Kamera.
Befindet sich diese im Modus "Auto", wird die Belichtungsmessung abgeschalten, die Verschlusszeit auf 1/90s festgelegt und im Sucher leuchtet das Blitzsymbol. Dieses sagt dem Fotograf, dass das Blitzgerät aufgeladen ist. wird der Auslöser gedrückt, klappt der Spiegel nach oben und der erste Verschluss wird heruntergefahren. Sofort danach gibt die Kamera das Signal zur Blitzzündung per X-Kontakt ans Blitzgerät, welches den Blitz auslöst.
Wenn die Kameraelektronik festgestellt hat, dass genügend Licht auf den Film gefallen ist, gibt sie diese Information per TEF-Kontakt ans Blitzgerät, welches sofort die Blitzröhre löscht. Gemessen wird also in der KAMERA, daher auch der Begriff TTL-Blitz ("Through The Lens" - durch die Linse).

Die veränderliche Lichtmenge aus dem Blitzgerät, die für die korrekte Filmbelichtung sorgt, wird also dadurch realisiert, dass bei gleicher Verschlusszeit an der Kamera die Dauer des Blitzes variiert wird. Technisch geschieht dies, indem der Kondensator im Blitzgerät sofort elektrisch kurzgeschlossen wird, sobald das TEF-Signal seitens der Kamera anliegt. Dabei wird die dort gespeicherte Energie vernichtet und der Elektronenblitz erlischt sofort.
Der Blitzkondensator wird also immer gleich stark aufgeladen, lediglich das Verhältnis zwischen Blitzenergie und "vernichteter Energie" variiert je nach benötigter Lichtmenge.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 19. Januar 2009 um 23:19 Uhr
 
Kommentare (1)
Danke
1 Donnerstag, 23. Januar 2014 um 04:56 Uhr
Perser
Ich lese hier sehr oft wenn ich tech. Hinweise wissen möchte. Vor allem zu den div. Praktica Modellen. Ich fotografiere ja heute immer noch analog,sowol in Farbe ais auch in S/W. mit ner Praktica BC1 (Typ1) plus Zubehör. Ich möchte mal auf diesem Weg Danke für diese Hompage und die vielen Infos sagen. MfG Uwe
 

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